Ist „Vorlesen“ noch zeitgemäß?

Ist „Vorlesen“ noch zeitgemäß oder ein Relikt aus alten Zeiten als es noch kein Sandmännchen, keinen Computer oder DS gab?

Wird Vorlesen nur noch von Omas praktiziert, nur noch bei „Vorlese-Events“ in Bibliotheken oder Buchhandlungen oder hat Vorlesen auch noch einen Platz im Alltag zuhause?

Als eingefleischter Bücherwurm habe ich meinen beiden Töchtern immer vorgelesen, als Baby, als Kindergartenkind, als Teenager. Auch Erwachsenen kann man vorlesen, dem Mann, dem Vater im Altenheim…

Im Kindergartenalter mussten wir die Bilderbücher in der Bibliothek immer wieder ausleihen oder auch mal kaufen, um das Lieblingsbuch endlich nicht mehr hergeben zu müssen, kleine Veränderungen beim Vorlesen wurden sofort abgestraft: „Das steht da gar nicht!“

Als Leseanfänger haben wir uns gemeinsam Titel aus den unterschiedlichsten Leseanfängerreihen erlesen. Im Teenageralter habe ich „Eragon“ oder „Harry Potter“ vorgelesen.

Vorlesen, Lesen als Basiskompetenz für „Alles“ – Beruf, Internet, Freizeit, Hobby … beginnt für mich mit dem ersten Bilderbuch. Mit „Kino im Kopf“ erleben wir Abenteuer, andere Lebensentwürfe, verarbeiten wir eigene Schicksalsschläge oder identifizieren uns mit den Helden zwischen den Buchdeckeln.

Wie ist eure Vorlesebiografie? Wird noch vorgelesen, wo, wann, von wem, welche Bücher…? – Erzählt doch mal…(ek)

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6 Gedanken zu „Ist „Vorlesen“ noch zeitgemäß?

  1. Also ich lese jeden Tag vor. Als Erzieherin im Kindergarten gehört es einfach dazu Bücher vor zu lesen. Für die Kinder ist es wichtig den geschriebenen Text zu hören und nicht nur die Sprechsprache. Somit fällt es ihnen leichter später in der Schule zu schreiben.

    Auch meiner Mutter lese ich manchmal vor. In der Badewanne oder einfach nur so ist ein nettes Ritual. Mein Babysitterkind (Junge 9 Jahre) liebt es, wenn ich ihm vor dem Schlafengehen im Bett etwas vorlese, er genießt die Zeit für sich und schläft manchmal dabei ein. Süß

    Es ist immer schön sich Zeit zu nehmen zum Vorlesen, für den Vorleser und den Zuhörer.

  2. Hallo liebes Bibliotheks-Team,

    mir liest leider keiner mehr vor… mit 21 Jahren kann man das auch alleine 🙂
    Ich kann mich noch sehr gut an die ersten Vorlesestunden mit meinem Papa erinnern. Meine Schwester und ich lagen schön gemütlich eingekuschelt im Bett und unser Papa saß davor. Das einige woran ich mich erinnern kann, war das Schnarchen das vom Boden aus kam.
    „Papa, weiter lesen, nicht schlafen“, war dann immer der O-Ton aus beiden Kindermündern.

    Beliebte Vorlese-Bücher waren immer die Märchen von den Brüdern Grimm. Gefürchtet bei meiner Mama war immer das nicht enden wollende Märchen „Der Fischer und seine Frau“, aber nach 5 Abenden hatten wir das dann auch geschafft. Und dann ging es wieder von vorne los.

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Beste Grüße.

  3. Hmm, meine Eltern habe mir noch nie vorgelesen, auch nicht als meine Schwester und ich klein waren. Mag daran liegen, dass wir aus Polen nach Deutschland gekommen sind, und meine Eltern andere Dinge im Kopf hatten. Eher war es zu dem Zeitpunkt umgekehrt bei uns zu Hause.
    Vorlesen bedeutet auch sich Zeit nehmen für den anderen, in der heutigen Zeit für einige sehr schwierig geworden. L.K.

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