Ein erstes Einstimmen auf die kalte Jahreszeit

Bei den immer frischer werdenden Temperaturen, die momentan herrschen, ist abends nichts schöner als es sich mit einer heißen Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa bequem zu machen. Passend dazu haben wir in Rheda gerade eine Vitrinenaustellung zum Thema Kaffee und Tee.
Lasst euch auf einen kleinen Exkurs durch die verschiedenen Kulturen und deren Bräuche entführen.

Das Teetrinken hat in vielen Ländern eine teilweise weit zurückreichende Tradition und wird regelrecht zelebriert. Zu Beginn unseres kleinen Exkurses verschlägt es uns nach Ostfriesland.

Der „Teetied“

Schon lange ist es in Ostfriesland Brauch einem Gast bei der Ankunft Tee anzubieten. Sei der Grund ein mehrtägiger Besuch oder lediglich ein kurzes „Vorbeischauen“, jeder Gast wird zu einem Tee eingeladen. Und nicht nur in Ostfriesland wird diese Tradition gepflegt, auch Exilostfriesen oder Ostfriesland Freunde halten an ihr fest. Und nicht nur mit Gästen wird Tee getrunken. Es gibt zwei Hauptteezeiten, die eine Art ungeschriebenes Gesetz in Ostfriesland sind. Einmal eine kurze Teepause am Vormittag, gegen 11 Uhr und am Nachmittag um 15 Uhr.
Für eine ordnungsgemäße Teezeremonie benötigt man:

• Schwarzen Tee (Ostfriesenmischung)
• Siedendes Wasser
• Eine Teekanne mit Stövchen (eventuell separate Servierkanne)
• Teesieb
• Kluntje
• Sahne
• Kleine, hauchdünne Tassen aus Porzellan

Zunächst wird die Teekanne angewärmt, indem man sie mit kochendem Wasser ausspült. Daraufhin wird der abgemessene Ostfriesentee in die Kanne gegeben, hierbei gilt die Formel:
Ein Teelöffel pro Tasse plus einen Teelöffel für die Kanne.
Nun befüllt man die Kanne zur Hälfte mit dem nicht mehr kochenden Wasser und lässt den Tee bedeckt für drei bis vier Minuten ziehen. Ist diese Zeit verstrichen wird die Kanne gänzlich gefüllt und kann dann durch ein Teesieb in eine Servierkanne umgefüllt und auf ein Stövchen gestellt werden.
Dann wird der Tee serviert. Zuerst wird ein „Kluntje“, ein großes Stück Kandiszucker, in die Tasse gegeben und dann der Tee eingeschenkt. Bei diesem Vorgang fängt der Kluntje charakteristisch an zu knistern. Im nächsten Schritt kreiert man eine Sahnewolke. Mit dem Sahnelöffel wird eine kleine Menge Sahne am Rand der Tasse in den Tee gegeben.
Da man früher möglichst Lange von dem teuren Kluntje zehren wollte, wird er Tee traditionell nicht umgerührt. So genießt man noch heute die spezielle Schichtung des Tees.
Zunächst schmeckt der Teetrinker das herbe, unverfälschte Teearoma, darauf folgt die Sahnige Note und zum Schluss die Süße am Tassengrund.
Die Höflichkeit besagt, dass mindestens drei Tassen Tee pro Teilnehmer einer solchen Teerunde Pflicht sind. Lehnt ein Teilnehmer vorher ab, gilt dies als eine Beleidigung.
Wünscht man kein weiteres Nachschenken nach der dritten Tasse, so stellt man entweder die Tasse verkehrt herum auf die Untertasse oder legt den Löffel in die Tasse.
Haben das alle Teilnehmer der Teerunde gemacht ist diese beendet.

Zum Schluss nochmal ein visuelles Schmankerl zum direkten Nachmachen!

 

JaBu

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